U20 UHC SISPO Gänserndorf - Vöslauer HC 21:31 (12:14)

Wenn man den Endstand des U20-Spiels gegen den Vöslauer HC sieht, würde man meinen, dass die Gänserndorfer Youngsters gegen die Vöslauer „keinen Auftrag“ gehabt hättenund hoffnungslos unterlegen gewesen wären. Doch das entspricht nicht ganz der Mannschaftsstärke und dem Spielverlauf.

Obwohl Gänserndorf im Angriff für das Altersniveau nur sehr mäßig und relativ einfallslos bis stereotyp spielte, die Gäste umgekehrt sehr gefälligen, schnellen und kombinationsreichen Handball spielten, war die erste Halbzeit sehr ausgeglichen. Die Gastgeber spielten ihre körperliche und athletische Überlegenheit aus und begnügten sich mit Einzelaktionen, die doch immer wieder zum Torerfolg führten. Trotz eines „mittelprächtigen“ Spiels betrug der Rückstand des UHC zur Pause nur -2 Tore (12:14).

Sichtlich unzufrieden mit der Performance seiner Schützlinge rüttelte Trainer Marian Rummel in der Pause die Spieler wach und appellierte an ihre „Handballer-Tugenden“ und gab klare Vorgaben: Weg mit den Einzelaktionen, Ball laufen lassen, flüssiges Spiel mit Auslösehandlungen und Kombinationen, spielen bis sich klare Wurfgelegenheiten auftun. Man wollte in der 2. Halbzeit das Spiel an sich reißen und ihm den eigenen Stempel aufdrücken. Ein 2-Tore-Rückstand ist ja im Handball geradezu nichts.

Doch leider wurden die Vorgaben des Trainers nach Wiederanpfiff nahezu gar nicht umgesetzt. Das Angriffsspiel der Gänserndorfer war von Tempo, Ideenreichtum und Gewitztheit sehr weit entfernt. Es dominierten weiterhin die Einzelaktionen ohne spielerische Vorbereitung, man sah zahlreiche Alleingänge und Würfe mit Brachialgewalt, aber kein gewieftes Tempospiel, das einem U20-Niveau entsprechen würde. Manche Angriffe wurden schon nach wenigen Sekunden (erfolglos) abgeschlossen.  Knapp 10 Minuten in der 2. Halbzeit ging diese „Taktik“ noch gut. Vöslau konnte den Pausenvorsprung von 2 Toren um lediglich einen Treffer ausbauen (16:19). Doch irgendwann waren’s 4, dann 5, dann … Die Gäste zogen Tor um Tor davon. Der UHC hatte diesem Run von Vöslau nahezu nichts mehr entgegen zu setzen.

Schließlich musste die Gänserndorfer U20 eine mehr als empfindliche 21:31-Niederlage hinnehmen. Hätte Keeper Kevin Mirzabegi nicht einen glänzenden Tag erwischt, wäre die Niederlage noch höher ausgefallen. Nachdenklicher als das Resultat stimmt aber, wie dieses zustande gekommen war. Ja, die Vöslauer zeigten sich an diesem Tag als starke, gut zusammengespielte Mannschaft, der man Respekt zollen muss und gegen die man durchaus verlieren kann. Die Frage ist nur: Wie?

Aber bekanntlich lernt man aus Fehlern und Niederlagen und dieses Spiel sollte zum Anlass genommen werden, sich in den Spiegel zu schauen und alles daran zu setzen um sich weiterzuentwickeln. Die Mannschaft ist noch nicht richtig zusammengespielt (beim Spiel gegen Vöslau fehlte noch dazu krankheitsbedingt Conrad Gößnitzer) und benötigt noch viele gemeinsame Trainingseinheiten und etliche Spielpraxis in dieser Mannschaftskonstellation. Das Potenzial für mehr ist auf jeden Fall vorhanden. Das wird man hoffentlich schon bald sehen.